Shiva

Geschlecht: weiblich, kastriert

Alter: geb. ca. 2017

Rasse: Mischling

Größe: Schulterhöhe ca. 55 cm

Aufenthaltsort: Pflegestelle in Sofia

Charakter: freundlich, verschmust, hundeverträglich, katzenverträglich, möchte kein Einzelhund sein

Update Shiva, 28.05.2022:
Sie ist jetzt seit fast einem Jahr bei mir und unsere Beziehung hat viele verschiedene Phasen durchlaufen.
Sie ist eine Hündin mit einer Vergangenheit, die auch nach ihrer Ankunft bei uns noch schwer auf ihr lastet. Lange Zeit befand ich mich für sie in der Zone der ekelhaften Menschen, in die sie jede einzelne Person zu stecken gewohnt ist.
Monatelang ging ich zu ihr und ließ ihr Futter an derselben Stelle stehen, in der Hoffnung, sie ein wenig näher kommen zu sehen als zuvor. Shiva gab jedoch nicht nach. Shiva ist ein Hund, der sich hunderttausendprozentig sicher sein muss, dass von dem Unbekannten keine Gefahr ausgeht und es auch nicht weh tut. Und das große Unbekannte war ich- der Mensch. Vielleicht im fünften Monat begann ich zu sehen, wie sie sich mir näherte, wenn ich mit Futter auftauchte.
Ab da begann sie meine Anwesenheit zumindest zu akzeptieren.
Shiva hat die Eigenschaft, dass sie, wenn sie nirgendwo die Möglichkeit sieht zu entkommen, sie bis zum Schluß rennen wird und sich nicht einfangen lässt. Wenn es jedoch keine Ausweichmöglichkeit gibt, erstarrt sie, friert ein und bewegt sich nicht. Dann konnte man sie anfassen, doch auch wenn sie nicht beißt weiss ich doch, dass es ihr nicht angenehm war. Shiva hatte definitiv viele Ängste, die sie mit sich herumtrug.
Dann kam der Wendepunkt.
Sie hatte einen kleinen Unfall und ihr Ohr blutete. Zu diesem Zeitpunkt beschloss ich, dass sie jetzt zu uns kommen sollte. Ich nahm sie auf den Arm und brachte sie dorthin, wo ich mit ein paar anderen Hunden wohne. Ich beschloss, dass es für Shiva an der Zeit war, sich ihren Ängsten zu stellen, und wenn ich sie hunderttausend Mal davon überzeugen musste, dass ein Mensch nicht gleichbedeutend mit Schmerz ist, dann sollte ich es jetzt tun. Seitdem sind etwa 3 Monate vergangen. Shivas Einstellung zu den Menschen begann sich allmählich zu ändern, denn sie sah den ganzen Tag über Beispiele dafür, dass ein Mensch auch etwas anderes sein kann. Sie begann zu erkennen, wie eine Person zur Seite treten konnte, um ihr eine Chance zur Flucht zu geben, wenn sie es wollte. Sie begann zu erkennen, dass mein Kommen ins Zimmer nichts bedeutete. Sie verstand, dass sie einfach da bleiben konnte wo sie gerade war. Sie begann zu erkennen, wie köstlich, angenehm und lustig es sein kann, mit einem Menschen zusammen zu sein.
Und so entwickelte Shiva mit der Zeit ein beträchtliches Maß an Selbstvertrauen und Gelassenheit in ihrer Umgebung, war bereit, sich Herausforderungen zu stellen, und begann wirklich nach und nach, sie zu bewältigen, ohne dass es sie an ihren Ausgangspunkt zurückbrachte. Shiva schläft jetzt in meinem Bett, mit dem größten Vergnügen. Wir nutzen ihren Freiraum und ihr Recht auf Freiheit (und die Möglichkeit zu fliehen) als Kommunikation, und ich denke, das Mädchen macht sich großartig. Deshalb habe ich beschlossen, dass es an der Zeit ist, sie an Spaziergänge zu gewöhnen. Shiva war zumindest in den letzten 4 Jahren nicht mehr in der freien Natur. Bevor sie hierher kam, war sie vier Jahre lang im Tierheim gewesen und war wegen ihrer Sorgen und Ängste seit einem Jahr nicht mehr draußen gewesen. Ich habe vor einem Monat versucht, mit ihr auszugehen, aber sie war nicht bereit.
Sie legte sich neben den Wagen und blieb dort liegen. Dieses Mal ist sie aufgestanden.
Für Shiva ist es der erste Spaziergang seit Jahren. Das erste Schnuppern an etwas, das anders ist, als sie es gewohnt ist. Ihr erster Blick geht zum Horizont. Ihr erster Ausflug in einer neuen und ungeschützten Umgebung. Für Shiva standen endlich neue Horizonte und neue Erfahrungen bevor und ich freue mich darauf sie in diesem prozess zu begleiten. Sie hat sich zu einem mutigen Mädchen entwickelt, das trotz der großen Ängste in ihrem Kopf einen Sinn im Ausprobieren findet. Shivi ist auch bereit für Adoptanten, die mit Geduld und nachsicht weiterhin ihr die Zeit geben, die sie braucht.
Ein Zweithund ist dabei eine große Hilfe.

Update Shiva, 12.01.2022:

Wir haben Shiva zum Jahreswechsel besucht und wir können inzwischen wieder etwas Neues über sie berichten.

Shiva ist keine Hündin, die schwanzwedelnd auf einen zugetrabt kommt.

Wenn sie den Freiraum hat wegzugehen, dann würde sie das auch tun, selbst wenn man mit einem leckeren Hühnerschenkel in der Hand auf sie zu kommt. Wenn sie allerdings in ihrem Zimmer ist und man sich neben sie setzt, dann lässt sie sich anfassen, wie damals auch schon im Tierheim.

 

Noch ist es aber nach wie vor nicht das schönste Erlebnis für sie. Was wir auch feststellen konnten ist, dass sie sich mit einem vierbeinigen Freund viel mehr entspannen kann. Sie lebt mit Harry zusammen und seit dem zerlegt sie auch nicht mehr ihr Bett oder das Polster der Couch. Das machte sie nämlich als sie anfangs noch alleine lebte.

 

Wir wünschen uns für Shiva einfühlsame Adoptanten, die etwas ländlicher wohnen oder maximal in einer Kleinstadt und die einen freundlichen Zweithund in Shivas Leben mitbringen. Shiva liebt es nämlich mit anderen Hunden zu spielen und zu interagieren und wir sind davon überzeugt, dass ihr dies für die Eingewöhnung sehr helfen würde.

Juni 2021:
Shiva ist ursprünglcih aus Box B17. Als schon vor vielen Monaten der ganze Zwinger ein neues Zuhause fand, blieb nur sie übrig.
Sie ließ sich nicht einfangen und wenn man sie in die Ecke trieb, blieb sie zitternd sitzen und versuchte uns Menschen einfach zu ignorieren. Sie ließ Berührungen zu, aber man konnte wirklich nicht sagen, dass sie ihr gefielen.
Shiva zog in einen Einzelzwinger, einfach damit wir schneller an sie heran kommen konnten und auch, damit der komplette Zwinger frei werden konnte, und wir die nächste Ladung alleingelassener, ausgesetzter und vergessener Hunde dort unterbringen konnten.
Von da an konnten wir uns jede Woche zu Shiva in Ruhe in den Zwinger setzen. Von gassigängen konnte keine Rede sein, aber immerhin bemerkte sie, dass wenn jemand zu ihr kam, es eigentlich nichts schlimmes hieß. Sie ließ sich anfassen, knurrte nicht aber zeigte auch sonst kaum eine Gemütsregung. So vergingen einige Monate und immer dann, wenn man es am wenigsten erwartet, passieren die kleinen Wunder. Shiva bekam eine Pflegestelle! Wir holten sie aus Bogrov ab und obwohl sie nach wie vor draußen keinen Schritt ging, entspannte sie in der Wohnung mit jeder MInute die verstrich.
Katzen machten ihr nichts aus und den Kauknochen fand sie auch eigentlich garnicht so schlecht. Autofahren vertrug sie sehr gut. Sie speichelt nicht, übergibt sich nicht und generell schaut sie entweder aus dem Fenster oder schläft. Am nächsten tag ging es für sie weiter auf ihre 400km entfernte Pflegestelle, wo sie in den nächsten Wochen lernen wird, dass es eigentlich eine feine Sache ist, so ein Haustier zu sein.
Shiva kann eigentlich schon jetzt adoptiert werden. Sie braucht einfühlsame und geduldige Adoptanten, die- falls sie noch keine Erfahrung mir ängstlcihen Hunden haben- sich auf jeden Fall in das Thema einlesen sollten und die Zeit mitbringen , die so ein Hund braucht. Sie sollte ländlich wohnen und ist ein idealer Zweithund, denn mit anderen Hunden versteht sie sich super.

Wenn Sie Shiva ein liebevolles Zuhause schenken möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf oder füllen Sie gleich unser Bewerbungsformular aus.