Diana- nur noch Haut und Knochen

Diana- unsere Göttin

Geschlecht: weiblich

Alter: ca. 8/9 Jahre alt

Rasse: Deutsch-Drahthaar

Größe: Schulterhöhe folgt

Aufenthaltsort: Pflegestelle in Sofia

Charakter: freundlich, verschmust, lieb, stubenrein

 

 

 

 

 

    *Patenschaften gesucht*

 

 

 

 

 

  

 

Anfang September 2018:

Hier lebe ich jetzt, mein Kind. Seit dieses Auto da für mich angehalten hat und ich einfach hineingeklettert bin, geht es nur noch bergauf für mich. Was davor alles war, weiß ich nicht mehr genau. Nur, dass ich Hunger hatte, ganz schlimm. Ich hab kaum etwas gesehen und gehört. Ich weiß nur noch, dass sie mich am Straßenrand aussetzten und wegfuhren. Es kamen große Hunde, die mich verjagten und bissen. Also bin ich gerannt, aber wohin, das weiß ich nicht mehr. Ich möchte mich auch gar nicht erinnern.

Ich erinnere mich nur, das dann ein Auto hielt. Ich kletterte hinein und sie brachten mich zum Arzt. Ich kenne den Geruch beim Arzt. Ich weiß, dass sie uns da gesund machen und deswegen hatte ich keine Angst. Ich ließ alles mit mir machen ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. 

Jetzt habe ich wieder ganz sauberes und weiches Fell!
Jetzt habe ich wieder ganz sauberes und weiches Fell!

Dann brachten sie mich in ein Hotel, so nennen sie das hier. Eine Pflegestelle. Ich weiß nicht, was eine Pflegestelle ist aber ich hab gesehen, dass es etwas schönes ist. So richtig gut sehen kann ich zwar nicht mehr aber das meiste erkenne ich schon noch. Auch meine Pflegemamma. Erst hatte ich Angst, dass ich wieder alleingelassen werde. Also habe ich immer darauf geachtet ganz nah bei ihr zu sein oder auch bei den anderen Hunden. Hier ärgern sich manche meiner Mitbewohner darüber. Sie mögen es nicht, dass ich immer so dicht herankomme aber andere haben nichts dagegen. Ich mag es zu kuscheln. Das ist meine Lieblingsbeschäftigung. Und Spaziergänge mag ich. Es gibt hier welche, die machen ständig ein! Könnt ihr euch das vorstellen? Ich habe noch nie etwas drinnen verrichtet. Ich weiß ganz genau, dass man das nicht macht. Es gehört sich einfach nicht. 

Zwei Seniorinnen genießen die frische Luft! Im Hintergrund ist Serena.
Zwei Seniorinnen genießen die frische Luft! Im Hintergrund ist Serena.

Meine Pflegemamma muss immer ganz laut rufen, damit ich sie höre, weil ich nicht mehr so richtig höre. Aber wenn ich sie höre, dann beeile ich mich und gehe ganz schnell zu ihr. Ich hab ganze 6 Kilo zugenommen, die anderen sagen ein bisschen mehr muss ich noch. Und dann werden sie mich wieder zum Arzt bringen und operieren, damit nicht die ganzen Junggesellen hinter mir herrennen. Das ist auch besser so. Ich habe genug Kinder zur Welt gebracht. Ich bin alt und außerdem ist das auch nicht gut. Später erleiden doch die meisten das gleiche Schicksal wie ich. Sollen sie mich ruhig operieren, damit ich meine Ruhe habe. So…so geht es mir also. Sie sagen ich bin nur kurz hier in der Pension und irgendwann werde ich wieder eine Familie haben. Aber eine, die mich liebt, die mich nicht hungern lässt und mich dann, am Ende, auf die Strasse wirft.... Aber meinst du wirklich mein Kind? Meinst du jemand will so eine alte Dame wie mich, auch wenn ich so brav und wohlerzogen bin?

Ein paar Kilo muss sie noch zunehmen...
Ein paar Kilo muss sie noch zunehmen...

August 2018:

Die Straße rast unter den Rädern dahin. Es ist Freitag, fünf Uhr Nachmittags.

Die Arbeitswoche endet, um das Wochenende einzuleiten. Die Woche war keine leichte. Aber Arbeit ist eben nur Arbeit. ...

Nach dieser zum Geld verdienen, beginnt diese für sie- für die Verlorenen.

Mit Pinseln, mit dem Fotoapparat, mit der Tastatur, mit eben all jenen Dingen die mir der Herr mit auf den Weg gegeben hat. Trotzdem ist es irgendwie Arbeit.

Jede Nacht, bis Mitternacht. Auch das Wochenende wird kein leichtes sein.

Morgen ist unsere Veranstaltung im Park, habe ich auch nichts vergessen?

Ist alles vorbereitet?

Später muss ich noch die Fotos bearbeiten, bei den Eltern vorbeischauen, für die nächste Woche vorkochen… ob das Kind schon Zuhause ist? Auch meine Gedanken rasen in der gleichen Geschwindigkeit wie der Asphalt unter meinen Rädern dem Wochenende entgegen. Und gerade konnte ich sie irgendwie sortieren – das eine jetzt, das andere dann, das dritte erst später
und
dann
hielt
die Zeit
einfach an.

Die schwarze Wolke vor dem Balkangebirge blieb stehen. Die Sonne wurde kühl.

Auch das Auto hielt an. Und dann der Moment eines inneren Schreies, während die Zeit stillsteht und ich mich allein und verloren fühle. So sehr verloren.

Der Moment in dem ich jemanden finde, der noch verlorener ist als ich.

Jemand, der keine Kraft mehr hat zu schreien, zu rennen. Vier zusammengefaltete Beine, zwei matte Augen und Knochen. Ich höre den Schrei von innen, noch stärker.

Der Schrei gegen all jene, die die dazu beitrugen diesen Freitag dunkel werden zu lassen. Gegen jene die Leben erschaffen, um es zu verschwenden.

Der Schrei gegen die, die ich nicht um Hilfe gebeten habe, denn ihre Freitage halten nicht an wegen sterbenden am Straßenrand liegenden Hunden. Der Schrei gegen jene Häuser mit großen, schönen Innenhöfen, an denen ich vorbeikam, ohne es überhaupt zu versuchen, weil ich weiß dort ist kein Platz für ein verlorenes Leben.

Und dann
der Dank
an die ANDEREN.
Die Leute in den acht Autos hinter mir - alle mit Warnblinkern- keiner von ihnen hupte. Keiner fluchte, niemand versuchte eilig zu überholen, bis das kleine Rest Leben langsam von allein in mein Auto kletterte.
Die Frau vor der kleinen Arztpraxis, die rannte um zu helfen und das „Leben“ auf ihren Händen zum Arzt trug. Der Arzt, der sich weigerte, Geld für die erste ärztliche Untersuchung zu nehmen. Freunde, die sofort reagierten und sogar aus der Entfernung bei mir waren.
ER, der Mann neben mir, der alles fallen ließ und mit mir nach Sofia raste, nicht weil ich nicht allein hingehen konnte, sondern weil ich Angst vor dem tobenden Sturm hatte.

Die anderen Menschen in der Klinik, die das Häuflein Knochen mit Liebe begrüßten.
Ich habe sie Diana genannt. Denn nur Göttinnen können die Zeit stoppen um in der Einsamkeit Menschen finden zu können.

Wenn Sie Diana ein schönes Zuhause schenken möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf oder füllen Sie gleich unser Bewerbungsformular aus.

Streunerhilfe Bulgarien e.V.

IBAN:

DE 8246 0500 0100 5103 8958

 

BIC: WELADED1SIE

Sparkasse Siegen

 

Paypal: spenden@streunerhilfe-bulgarien.de

Wir auf Facebook:

Bestellen Sie über die unten stehende Banner, bekommen wir eine kleine Spende.

 

zooplus.de