Abschied


stanislav - wir mussten ihn gehen lassen


Wenige Wochen nachdem wir Stanislav in die Klinik gebracht hatten, sahen wir Schatten in seinen Augen. Er aß immer noch, schnurrte und liebte den Kontakt mit den Menschen, aber er verlor Gewicht. Stanislav hatte Uveitis und der zusätzliche Bluttest bestätigte die vermutete Diagnose. Stanislav hatte also eine Form von FIP, die die Augen bettrifft. Eine bis vor kurzem tödliche Diagnose, deren experimentelle Behandlung sehr teuer ist. Trotzdem beschlossen wir, es zumindest zu versuchen und begannen mit der Behandlung. Leider kam das notwendige Medikament aufgrund des Ausnahmezustands (Corona) nicht rechtzeitig bei uns an. Einen Tag nachdem Stanislav begann, Anzeichen für Schmerzen zu zeigen  und es keine Informationen darüber gab, ob und wann wir die Medizin erhalten würden, ließen wir ihn gehen. Er ging mit dem Vertrauen, das er in alles hatte. Und er schien uns zu verstehen. Ich wünsche es mir. Es tut mir leid Schatz. Es tut mir so leid <3

 

In Liebe - Gery


cherry - absehbar, aber dennoch schmerzhaft


Wir haben es erwartet, wir wussten es, aber es hat die Dinge nicht einfacher gemacht. Im letzten Monat hat sich Cherrys Zustand verschlechtert und nichts hat dazu beigetragen, die Entwicklung des Tumors zu stoppen. Wir haben es geschafft, ihn trotz der Einschränkungen (wegen Corona) nach Sofia zu bringen, aber die Tierärzte identifizierten nur das bereits sehr weit fortgeschrittene Stadium des Tumors. Wir ließen Cherry gehen und er tat das, was er immer getan hat - leise und unauffällig mit seinen großen Augen, voller Zuversicht, auf alle um ihn herum blicken.

 

Ruhe in Frieden, Schöner! Hoffentlich haben dort, wo Du hingegangen bist all das, was wir Dir hier nicht bieten konnten. 

 

In ewiger Liebe - Gery


sissy - wenn der tod herzen bricht


Der Tod kommt immer auf die gleiche Art und Weise. Unabhängig davon, ob du dich gedanklich bereits darauf vorbereitet hast, ob du schon tierschutzerfahren und abgehärtet bist und egal, ob der Tod dein ständiger Begleiter ist. Es kommt immer wie ein heftiger Schlag. Und es schmerzt immer. Sehr sogar. Sissy ging es eigentlich ganz gut. Das "Etwas", bei dem wir zunächst an einen Tumor dachten, es sich aber später als eine heftige Pilzinfektion herausstellte, konnte gut behandelt werden und schrumpfte fast vollständig zurück. Aber plötzlich hörte Sissy auf zu fressen. Die Tierklinik unternahm sehr viele Untersuchungen und konnte bis zuletzt nicht feststellen, was mit Sissy geschah.

 

Trotz allem war sie noch einige Zeit lang quicklebendig, liebte es, gestreichelt zu werden und uns Dinge zu erzählen, die nur sie selbst verstand. Bis zu dem Morgen, an dem sie nicht mehr aufstand. Ihre Temperatur war sehr niedrig und die Tierklinik rief mich notfallmäßig an. Sissy ging von uns. Sie kämpfte mit etwas und wir wussten nicht, mit was.

 

Aber sie lehrte uns viel – über den Kampf, über die Liebe, über die Vergebung. Und über das Schöne daran, einen Weg zu finden, bescheiden und glücklich mit dem zu sein, was wir bereits haben. Lebe wohl, Sissy! Du warst eine Kämpferin und hast uns gezeigt, weiter für all deine Freunde zu kämpfen, die uns noch über den Weg laufen werden!

 

In ewiger Liebe - Gery


glenn- fliegt jetzt mit den engeln


Manchmal können wir es selbst kaum glauben. Wir freuen uns wahnsinnig, wenn ein Hund endlich nach Deutschland ausreisen kann.

Wenn sich eine Pflegestelle findet, die einen Tierheimhund aufnimmt, denn die meisten Tierheimhunde werden erst vermittelt, wenn sie in Deutschland besucht werden können. So auch unser lieber Glenn.

Ilka, schon lange eine super zuverlässige Pflegestelle von uns, schwärmte in höchsten Tönen von diesem einzigartigen lieben Hund.

Und so fand Fatima ihn, verliebte sich und entschied, ihn zu adoptieren.

Was ihr niemand, auch nicht das kurz zuvor erstellte Blutbild, sagen konnte war, dass das Schicksal wohl andere Pläne mit ihrem Glenni hatte.

Nach nur 3 Monaten im neuen Zuhause erhielt er die schreckliche Diagnose: Lymphdrüsenkrebs. Fatima versuchte alles, aber die Therapie schlug nicht an und es blieb ihr nichts weiter übrig, als ihn letzte Woche auf seiner letzten Reise zu begleiten.

 

Liebe Fatima, wir danken dir, dass du ihm so schöne Monate geschenkt hast. Wir wünschten, es wären Jahre gewesen! Aber dank dir, hat er seinen Tierheimalltag vergessen dürfen. Dank dir, konnte er sich wie ein Haustier fühlen. Dank dir, war er keine Nummer, sondern ein geliebtes Familienmitglied geworden.
Komm gut rüber lieber Glenn und grüß uns all die anderen!