Nichts für schwache Nerven

Chochko

 

*Paten gesucht* 

 

29. Juni 2017

In den zehn Tagen, seitdem Chochko bei uns ist, musste er zwei OPs über sich ergehen lassen. Nur zwei Tage nachdem er bei uns angekommen war, hatten wir die Erkenntnis, dass wir leider nicht länger warten konnten. Es wurde sofort eine dringend notwendige Notfall-Operation durchgeführt, die 4 Stunden gedauert hat und in der alles was man sehen konnte, wieder zurecht gerückt wurde, mit sehr viel Präzision und großer Hoffnung.

 

Wir haben alle gehofft, denn in der Zeit die er draußen ohne Hilfe verbracht hatte, hatten sich die ganzen Frakturen und Knochenbrüche ernsthaft entzündet und wir wussten, dass der Kampf nicht einfach werden wird. In den ersten Tagen nach der OP musste Chochko starke Schmerzmittel nehmen, um seine Schmerzen zu lindern. Er hat sogar versucht, alleine zu fressen, aber die Tierärzte ließen es nicht zu, sondern er wurde assistiert gefüttert, damit seine OP-Wunden nicht verunreinigt werden. Mit der Zeit haben sich seine Zuckerwerte und seine Temperatur normalisiert und die Anämie war auch weg. Als letztes und größtes Problem blieb die Entzündung. Dadurch konnte sich ein kleiner Teil des Gaumens nicht schließen und heute musste eine zweite OP gemacht werden.

 

Chochko ist nach dieser zweiten OP normal aufgewacht und wir hoffen sehr, dass es auch seine letzte gewesen ist. Was wir über ihn in den letzten Tagen erfahren haben: Er ist ein einzigartiger Kämpfer. Während der ersten OP wurden nicht nur die Knochen seines Kopfes noch einmal zusammengefügt, sondern auch drei Gewehrkugeln entfernt. Wir wissen nicht, wie viele weitere er noch in seinem Körper hat und was er noch alles auf der Straße erlebt hat. Er hat aber überlebt. Er hat zudem ganze 8 Tage in dem Zustand, in dem wir ihn gefunden haben, ebenfalls überlebt.

 

Er versucht jetzt, mit seiner Blindheit zurecht zu kommen, was für eine ältere Katze sehr stressig ist. Er frisst assistiert, aber mit Appetit. Er kennt mich und fängt sofort zu schnurren an, sobald er fühlt, dass ich in der Nähe bin, weil er weiß, dass er gestreichelt wird. Er will leben. Und nein, ich weiß nicht, ob er auch diese Hürde überwindet, ich weiß nicht, ob er es schafft, die Depression nach seinem Erblinden zu besiegen. Ich weiß nicht, ob wir es auch dieses Mal schaffen. Ich weiß aber, dass er keine mehr Schmerzen hat, dass er sehr lange gekämpft hat und weiter kämpft und sein Zustand sich verbessert hat. Ich weiß, dass er es liebt, gestreichelt zu werden und ich habe nicht das Recht, eine Entscheidung zu treffen, die er selbst nicht getroffen hat.

 

Jeder sollte die Wahl haben, diese Entscheidung selbstständig zu treffen. Seine Wahl 20 Tage nach den letzten Knochenbrüchen und Frakturen und mehrere Jahre nachdem er angeschossen wurde, ist weiterzuleben. Wir können ihn dabei unterstützen und dürfen nicht versuchen, seine Wahl zu ändern. Wir müssen einfach mit ihm und für ihn weiter kämpfen! So, wie wir für Rita, Larv und Vayron gekämpft haben, und auch in den Namen von vielen, die diese Chance nie bekommen haben oder bekommen werden.

 

Chochko liebt uns, auch wenn er müde ist und nicht sehen kann. Bitte, liebt ihn auch und gebt ihn nicht auf!

17. Juni 2017

Die Fotos zeigen nicht mal ansatzweise den Horror und die Schmerzen, die er erlebt hat, und wie furchtbar es ihm in Wirklichkeit geht. Momentan haben wir sehr wenig Informationen über ihn. Wir wissen mit Sicherheit, dass er in einer Plattenbausiedlung draußen gelebt hat, dass er regelmäßig von einer Frau gefüttert wurde und dass ihn sehr viele Menschen in diesem Zustand gesehen haben.

 

7 Tage lang haben sie einfach zugesehen, während seine Kräfte langsam aber sicher nachließen und er dem Tod sehr nah war. Früher, als er noch gesund gewesen ist, ist er dieser Frau ständig hinterhergelaufen und hat sie immer beim Einkaufen begleitet. Er ist ihr sogar außerhalb der Siedlung gefolgt, wenn sie sich vom gewohnten Gebiet entfernt hat. Für ihn war sie sein Frauchen. Aber das einzige, was sie unternahm als sie ihn in diesem Zustand fand, war ihm Futter zu bringen. Futter, das er nicht fressen kann. Ach ja, und am siebten Tag erwähnte sie ihn während eines Gesprächs im naheliegenden Tiergeschäft.

Daraufhin wurde der Kater sofort von einem unserer Freiwilligen mitgenommen und in die lokale Tierarztpraxis gebracht. Sein Zustand war so ernst, dass die Kapazitäten und die Möglichkeiten der kleinen Praxis in der kleinen Stadt schnell erschöpft waren und deshalb haben wir ihn heute notgedrungen nach Sofia gebracht.

 

Die Tatsachen: Die Frau behauptet zwar, er sei 5 – 6 Jahre alt, aber wir denken, dass er mindestens 10 Jahre alt ist. Sein Schädel ist buchstäblich gespalten, die Öffnung im Gaumen ist riesig. Der ganze Gaumen hat sich vom Kiefer gelöst. Die eine Pupille reagiert auf nichts und wir sind uns nicht sicher, ob er mit dem zweiten Auge etwas sieht, und falls ja, wie viel. Er ist FIV-positiv, etwas sehr typisches für einen nicht kastrierten Kater, der auf der Straße überleben muss. Beim Streicheln fühlt man direkt unter der Haut eine Gewehrkugel. Er kann nicht fressen und hat schon seit 9 Tagen nichts zu sich genommen. Er hört nicht auf zu schnurren. Vielleicht, um seine Schmerzen zu lindern. Er erträgt alle Untersuchungen und das ganze Hin- und Hertragen mit großer Geduld und scheint es uns nicht übel zu nehmen, trotz der vielen zusätzlichen Schmerzen, die für ihn dabei entstehen.

Für einen Teil der notwendigen Untersuchungen wird er auch leicht betäubt werden müssen. Die Tierärzte möchten das in den nächsten Tagen machen, um sich sicher zu sein, dass sein Zustand dafür stabil genug ist. Nach den ersten 24 Stunden Untersuchungen beträgt die Rechnung von Chochko schon mehr als 150€. Er braucht eure Hilfe, und zwar jetzt. Könnt ihr ihm helfen?

 

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