Veit

Geschlecht: männlich, kastriert

Alter: geb.ca. 2010

Rasse: Mischling

Größe: Schulterhöhe ca. 56 cm

Aufenthaltsort: Pflegestelle in Panketal

Charakter: lieb, hundeverträglich, menschenbezogen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

August 2022:
Herzlich willkommen Veit in unserem Streunerteam!
„Waaaas? Aba dit is doch jar keen Bulgare! Wat hat der denn hier zu suchen?“
Naja liebe Leute, nicht nur im Ausland gibt es Notfälle. Im Gegenteil, schaut Euch mal um, eigentlich brennt es an allen Ecken und Enden.
„Wat brannte denn bei dem? Waage zusammenjebrochen oder wat?“
Auch das, aber Veits Geschichte ist eine traurige, wie wir sie immer wieder erleben, nicht nur in Bulgarien (ihr erinnert euch an unsere zwei schönen Schäfis?).
Veit kommt aus einem Städtchen in Brandenburg. Er hatte sein Frauchen, das ihn mal umhegt und umsorgt hat. Für Veit war die Welt in Ordnung, er lebte lange mit seiner richtigen Mutter und Frauchen in Haus und Garten. Aber plötzlich wurde Frauchen, die schon eine Omi war, schwer krank. Sie musste ins Krankenhaus und wird, vielleicht, dieses nicht mehr verlassen. Und wenn sie es doch schafft, dann wird sie nicht mehr für Veit sorgen können. Denn trotzdem Veit schon 12 ist, merkt man ihm das kaum an.
Er will laufen, er will schnüffeln, er will spielen, er will was erleben! Und das wird sein Frauchen, die nur noch schwer laufen kann, nicht mehr schaffen. All diese tollen Hundedinge konnte er in den letzten Wochen, vielleicht Monaten, nicht mehr.
Und ehrlich Leute, das sieht man ihm auch an oder?
Ein Notfallprogramm wurde organisiert, er wurde gefüttert, aber war allein in Haus und Garten und für Gassirunden war keine Zeit. Aber immer nur füttern ist keine Lösung für einen Hund! im Gegenteil, es ist genauso tierschutzrelevant, wie die ganz abgemagerten Exemplare, die wir aus den Schreckensmeldungen kennen.
Diese Fettleibigkeit belastet nicht nur den gesamten Bewegungsapparat, die Gelenke und Knochen, sondern verkürzt die Lebenszeit eines Hundes enorm, wenn nicht gehandelt wird. Es geht auf Herz, Leber und Niere und hier besteht jetzt dringend
Handlungsbedarf!
Zurück zu Veit: Zum Glück wurde eine Tierschützerin aus der Umgebung auf ihn aufmerksam und startete einen Notruf.
Wer kann Veit nehmen? Wer kann ihm das Tierheim, oder gar die Euthanasie (ja, auch das stand im Raum. Unvorstellbar für uns bei diesem lebensbejahenden Hund auch nur daran zu denken)  ersparen?
Über hunderttausend Ecken erreichte dieser Notruf uns. Und obwohl wir selber mit vielen Rückläufern zu kämpfen haben, klapperten wir alle Möglichkeiten ab. Viele sagten ab, viele wohnen nicht ebenerdig (warum erfahrt ihr später) aber zwei sagten zu!
Zwei liebe Adoptanten von uns sagten. „JA, wenn er sich mit Emil versteht, dann kann er vorrübergehend zu uns!“
Also wurde organisiert und gerödelt, ein Treffen organisiert und Veit überzeugte mit seiner liebevollen und fast tolpatschigen Art seine neuen Pflegeeltern. Die Impfung musste noch nachgeholt werden und dann war es vergangenen Sonntag soweit:
Veit ist nun fast-Berliner! Er zog nach Panketal in sein neues vorrübergehendes Zuhause.
Die vielen neuen Eindrücke verarbeitet Veitchen sehr tapfer. Er ist aufgeregt und fröhlich und man merkt, dass er das alleine bleiben der letzten Wochen und Monate nicht gut vertragen hat. Er bindet sich sehr schnell und kaum steht einer auf, wird er hektisch und möchte hinterher. Jetzt darf er aber erstmal ankommen, er bekommt eine strenge Diät, denn komme was wolle, die Pfunde müssen runter. Uns macht es traurig, dass Veit sich nicht von seinem Frauchen verabschieden konnte und wir hoffen, dass auch Veit durch die neuen Eindrücke, die viele Zuwendung und die Abwechslung in seinem neuen Leben nicht zu sehr leidet.
Jetzt aber zu den Fakten. Veit ist gerade mal 56cm hoch und wiegt über 35 Kilo. Das schafft auch der stärkste Knochenapparat nicht auf Dauer. Er ist kastriert und zwölf Jahre alt. Wüssten wir das nicht, hätten wir ihn auf ca. 8 geschätzt, denn er ist wach, frisch und will sich bewegen. Zum Glück! Denn so wird er es hoffentlich in den nächsten Wochen und Monaten schaffen, wieder zu seinem Idealgewicht zu kommen, dass wir auf ca. 25 Kilo schätzen. Veit hat wohl einen angeborenen schiefen Gang. Es scheint fast so, als würde er unter seinem Gewicht ins straucheln kommen. Läuft er schneller, sieht man es kaum. Läuft er langsam, ist es deutlicher und er läuft fast wie eine Ballerina. Die Tierärzte sagen, da kann man nichts machen. Wir sagen, wenn er erstmal seinen 10 Kilo Rucksack abgeworfen hat, wird er sich viel besser und leichter bewegen können.
Was wünschen wir uns für Veitchen? Wir wünschen uns Menschen, die sein Übergewicht als Problem wahrnehmen und seine Diät fortführen, damit er auf dem Hundeplatz nicht mehr als „Fetti“ gehänselt wird. Wir wünschen uns Menschen, die nicht auf das Alter im Pass schauen, sondern sein Wesen kennenlernen und diesen tollen wachen Herrn sehen, der sich selbst wohl nicht als Rentner bezeichnen würde 😉. Wir wünschen uns Menschen, die viel kuscheln, die ihn streicheln und Nähe geben, denn er hat viel nachzuholen. Wir wünschen uns Menschen, die Lust auf Spaziergänge haben, die mit ihm (im Rahmen seiner Möglichkeiten) toben und albern sind.
Veit kann toll mit dem vorhandenen Hund kommunizieren, reagiert auf sein knurren, wenn er seine Ruhe haben will und geht einfach weg. Bisher zeigt er keinerlei Scheu vor Menschen, im Gegenteil.
In den nächsten Wochen werden wir euch weiter über unseren Brandenburder Boy berichten. Wer aber jetzt schon sein Herz an diesen tollen Burschen verliebt, kann sich super gern bei uns bewerben und ihn auf seiner Pflegestelle in Panketal kennenlernen.

 

 

Wenn Sie Veit ein liebevolles Zuhause schenken möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf oder füllen Sie gleich unser Bewerbungsformular aus.



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