Thorben - bereit für ein besseres Leben

Geschlecht: männlich, kastriert

Alter: geb.ca. 2016

Rasse: Mischling

Größe: Schulterhöhe ca. 30 cm

Aufenthaltsort: Pflegestelle in 12051 Berlin

Charakter: willensstark, neugierig, sehr ängstlich gegenüber Menschen

 

 

         

Update Thorben, 26.05.2021:
Seine Pflegestelle berichtet:
Gut drei Wochen ist Thorben nun schon in Deutschland und ich - seine Pflegestelle - melde mich, um euch ein Update von ihm zu geben. Bitte lest es gründlich, wenn ihr euch für diesen kleinen Herren interessiert, denn in den vergangenen Wochen ist bereits viel passiert, aber es gibt noch vieles, was noch passieren muss.
Was Thorben bereits gelernt hat:
  • dass Ansprache nicht gruselig sein muss und man davor nicht weglaufen braucht
  • dass Menschen meistens einfach nur an ihm vorbeilaufen und man sich in den meisten Fällen (vor allem, wenn es ihm bekannte Menschen sind) nicht wegducken braucht
  • ganz ordentlich an der Leine zu laufen, ohne sich bei einem geringen Widerstand auf den Boden zu schmeißen
  • mit mir auf demselben Bett abzuhängen
  • dass die seine Hundebox ein Ort ist, wo niemand was von ihm will und der unter allen Umständen als sein Raum geheiligt wird
  • dass man in Ruhe und ausgestreckt auf dem Sofa liegen kann, wenn Menschen im Zimmer wuseln
  • dass Essen mal aus dem Napf, mal aus der Hand kommt und mal auf dem Boden liegt
  • dass es schon irgendwie cool ist, wenn der Mensch nach Hause kommt und man sich auch einfach freuen kann
  • die Hausleine und das Geschirr zu akzeptieren
  • Treppen selbstständig zu laufen
Was ich durch Thorben gelernt habe:
  • dass ich die Hundebox als seinen eigenen Ort heiligen muss und dies niemals verletzen darf
  • dass auch unbeabsichtigte Bewegungen von mir bedrängend für ihn sein können
  • dass Distanz auch eine Form von Liebe ist und Nähe seine Zeit braucht
Was Thorben noch lernen muss:
  • dass Berührungen von Menschen nichts Schlimmes bedeuten
  • dass Menschen in den meisten Fällen gar nichts von ihm wollen sondern einfach nur mit ihm leben
  • dass die Bezugsperson nicht jemand ist VON der sondern ZU der man flüchten kann
  • dass nicht jede verdammte Ecke des Stadtbezirks markiert werden muss
Was Thorben nicht lernen musste, weil er es schon konnte:
  • Stubenreinheit (100%)
  • gute Kommunikation mit anderen Hunden
  • futtern
  • neugierig die Umgebung zu entdecken
  • sich im Graß wälzen und die Sonne genießen
Wie schon in meinem ersten Update angenommen, hat sich meine Vermutung in den letzten Wochen bestätigt:
Thorben hat bisher vor NICHTS Angst gezeigt, außer vor der menschlichen Berührung.
Er lebt in einem lebendigen Stadtviertel und hat weder Angst vor Fahrrädern, Skatebords, fremden Hunden, Bussen, Autoverkehr noch vor lauten Geräuschen. Ebensowenig fürchtet er sich vor Geräuschen in der Wohnung oder im Treppenhaus. Er fährt super im Auto mit und genießt lange ebenso wie kurze Spaziergänge. Eigentlich ist er ein toller Zeitgenosse, nur dass er eben (aktuell) nicht berührt werden möchte und es nicht mag, wenn Menschen ihm nahe kommen.
Dies bedeutet, dass Thorben auch nur zu Menschen vermittelt werden kann, die das bedingungslos akzeptieren und behutsam mit ihm daran arbeiten, diese Angst loszuwerden. Er eignet sich somit nur für Personen, die mit der Körpersprache von Hunden etwas anfangen können, einen souveränen Zweithund haben, an dem er sich orientieren kann (meine Hündin hilft ihm gerade sehr), die ihm einen bedingungslosen Rückzugsort bieten können, die bereit sind viel Zeit vergehen zu lassen, bis eine enge Partnerschaft zwischen Mensch und Hund etabliert werden kann und die ihn abschirmen können vor Situationen, in denen seine Bedürfnisse nicht respektiert werden.
Er eignet sich nicht für Haushalte mit Kindern, Katzen (aber aus anderen Gründen) oder allzu viel Trubel.
Ob Stadt oder Land ist egal und auch ein Garten muss nicht unbedingt sein.
Thorben und ich freuen uns über jede aufrichtige Bewerbung, die gewillt ist, ihm das zu bieten! Denn ich bin sicher, dass noch einiges in diesem kleinen Mann steckt, was irgendwann herausgekitzelt werden kann. Bei dem richtigen Menschen und nach einer angemessenen Zeit.
Update Thorben, 07.05.2021:
Auch Thorben ist in Deutschland angekommen.
Seine Pflegestelle berichtet:
Thorben, das kleine weiße Wesen, traf vor wenigen Tagen völlig verängstigt bei mir ein.
Ich rechnete damit, dass er zunächst eine Weile seine Reisebox nicht verlassen würde und war sehr überrascht, als er nahezu sofort zielstrebig umzog, um seine angemessen große Box (immerhin hat er vielleicht 30 cm Schulterhöhe) gegen die XL Ruhebox meiner Hündin auszutauschen.
In den kommenden Tagen entdeckten wir immer mehr Thorben, das willensstarke Männlein, das wir uns da ins Haus geholt haben. Er ist sehr neugierig, möchte sehen, was so in der Wohnung passiert, möchte wissen, wohin unsere Hündin so geht und was sie treibt. Er möchte auch wissen, was wir Menschen so machen und hat vor den klassischen kritischen Wohnungsgeräuschen (Staubsauger, Drucker etc.) keine Angst. Dennoch bleibt er zu großen Teilen ein verschrecktes Wesen, denn er hat unglaubliche Angst vor der menschlichen Berührung.
Ich glaube, er fürchtet gar nicht so den Menschen an sich, denn wie gesagt, es kommt vor, dass er uns hinterherläuft.
Aber wenn wir auch nur ein Deut zu nah an ihn drankommen oder es im Ansatz danach aussieht, als würden wir uns in seine Richtung beugen, schreckt er sofort zurück. Im aktuellen Zustand ist es nicht möglich, ihm ein Geschirr und eine Leine umzulegen, sodass er aktuell alle seine Geschäfte im Haus verrichtet (dafür zu 80% brav auf den eigens für ihn bereitgestellten Pipimatten).
Er ist sehr verfressen, was Fluch und Segen zugleich ist. Segen, weil ich so sehr gut mit ihm trainieren kann und weil es mir zeigt, dass er nicht in einem Panikzustand ist, in dem Hunde kein Fressen annehmen. Außerdem kann ich ihn auf diese Weise gut mit Suchspielen, Kong usw. auslasten. Fluch, weil das natürlich eine sehr basale, aber ernstzunehmende Gefahr für einen Hund birgt - Übergewicht.
Thorben ist noch nicht lange hier und er hat schon einige Fortschritte gemacht. Ich kann ihn mittlerweile angucken und sogar ansprechen, ohne dass er abhaut. Manchmal schaffe ich es, dass er nicht ausweicht, wenn ich im Flur an ihm vorbeigehe.
Dennoch ist es mir unmöglich, gerade eine Prognose darüber zu machen, wann der kleine Mann vermittlungsbereit ist.
Aber egal wie schnell oder langsam es geht, kann ich jetzt schon Mal sagen, dass wir für Thorben nicht nur einfühlsame und entspannte sondern vor allem hundeerfahrene Menschen suchen.
Jemanden, der*die die Grundlagen der Hundesprache versteht und bereit ist, noch viel, viel mehr zu lernen.
Jemanden, der*die vor einer Vermittlung bereit ist, häufiger vorbeizukommen, um sich mit diesem überaus misstrauischen Wesen anzufreunden. Wir hoffen, dass wir so jemanden finden, wenn die Zeit reif ist.
Bis dahin freuen wir uns über gedrückte Daumen, liebe Gedanken aus der Ferne, ein bisschen Reiki, Chi oder was auch immer ihr uns senden könnt und vielleicht sogar ein kleines Stoßgebet an den Hundegott!
Es sei denn, ihr habt noch Pipimatten vom Welpentraining übrig - das wäre noch besser!

April 2021:

Den kleinen Thorben hat es sehr hart getroffen, als er aus uns unbekannten Gründen sein Zuhause verlassen musste und ins Tierheim traf. Es sieht so aus, als wäre sein Herz gebrochen, denn er ist voller Trauer und Angst.

Nur zu seiner Zwingerkollegin Kaya konnte er bisher Vertrauen schöpfen.

 

Nun versuchen wir, ihm die Freude am Leben wiederzugeben und schicken ihn zunächst auf eine Pflegestelle, damit er hoffentlich schnell wieder auf den Beinen ist und sein zweites Leben, bei einer liebenden Familie/Person starten kann.

Wenn Sie Thorben ein liebevolles Zuhause schenken möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf oder füllen Sie gleich unser Bewerbungsformular aus.