Bandit- bald bereit für ein schönes leben

 

 

 

Bandit- tapferer Bursche

Geschlecht: männlich, kastriert

Alter: geb.ca.

Rasse: Mischling

Größe: Schulterhöhe ca. cm

Aufenthaltsort: Pflegestelle in Sofia

Charakter: freundlich, neugierig

 

 

 *hat Interessenten*

 

 

 

 

 

Update Bandit, 21.04.20:

Am ersten März war Bandits Leben als Straßenhund endgültig vorbei. An diesem Tag zog er in seine Pflegestelle und durfte nun endlich erfahren, wie es ist, ein geliebtes Haustier zu sein. Schon in der Klinik begann er nach und nach seinen Pflegern zu vertrauen. Auch wenn er noch schnappte, wenn man frontal in seine Box hineingriff, so ließ er sich dennoch raustragen und erledigte sein Geschäft fleißig nur noch draußen. Es schien als würde er spüren, welche Chance er bekam und auch wenn er am ersten und zweiten Tag in seinem neuen Zuhause auf Zeit noch etwas skeptisch war, so verwandelte er sich innerhalb kürzester Zeit von einem schnappenden und den Menschen misstrauendem Hund in den liebsten , verspieltesten und verschmusten Bandit aller Zeiten.

Die Fotos sind unmittelbar nach der Ankunft auf seiner Pflegestelle enstanden und zeigen seine ersten Momente in einem Zuhause. Nach drei Tagen stellte sich auch das zweite Öhrchen auf, was ihn nun noch mehr wie einen süßen Schäfimix wirken lässt.

Leider wurde aufgrund der hohen Entzündungswerte sein Auge plötzlich matt. Der Ultraschall des Auges zeigte ein Ödem auf der Hornhaut des Auges, das ist nicht untypisch bei Hunden , die eine schwere OP hinter sich haben und die Hoffnung ist, dass sich das mit der Zeit wieder legt. Er ist nicht blind, zum Glück bereitet es ihm auch keine Schmerzen.

Für Bandit beginnt nun die Zeit des Muskelaufbaus und der Abenteuer.

März 2020:
Bandits Geschichte ist lang. So lang, dass die wenigsten sie bis zum Ende lesen würden.
Deswegen lassen wir unsere Menschensicht diesmal einfach weg und lassen Bandit reden. Zum Glück haben Hunde ja den Blick für das Wesentliche.
Interviews, Interviews, nichts als Interviews. Ich fühle mich schon wie ein richtiger Star. Dabei möchte ich eigentlich kein Star sein, so wie die aus Hollywoof oder wie das heißt. Ich möchte ein normaler Hund sein und nur für mein Herrchen oder Frauchen ein Star sein. Aber gut, wo du schon das Mikrophon bereit hältst will ich mal nicht so sein.
Mein Name ist Bandit und ich komme aus einer kleinen Bergbaustadt, in der die Leute mit sich selbst genug zu tun haben und sich entsprechend wenig Gedanken um uns Straßenhunde machen. Ich habe irgendwie auf der Straße überlebt, aber eines Tages wurde ich von einem Auto angefahren. Er schob mich vor sich hin und hielt nicht mal an…, er fuhr einfach weiter als wäre ich…
na ja, ein ganz gewöhnlicher Straßenhund eben.

Lange, unendlich lange schleifte ich den hinteren Teil meines Körpers durch die Straßen.

Niemand bemerkte es. Und es tat weh, so sehr.

Jeden Tag bettelte ich. Nicht wie zuvor um eine Brotkruste, sondern einfach darum, dass der Schmerz aufhört.

Eines Tages hielt ein Auto neben mir an und ich befürchtete nun, dass es endgültig vorbei war. Aber zwei Frauen nahmen mich mit ins Auto und brachten mich irgendwohin, sehr, sehr weit weg. Und sie ließen mich bei einer anderen Frau mit einem weißen Kittel.

Sie beugten sich über mich, untersuchten mich, fütterten mich und gaben mir etwas, von dem die Schmerzen etwas nachließen.

 

Aber vertrauen konnte ich ihnen nicht mehr. Nicht nachdem sie oder ihre Freunde oder einfach jemand anderes auf zwei Beinen mir das angetan hatte. Ich zeigte ihnen meine Zähne, jeden Tag. Ich wollte keine Nähe, von niemandem. Ich wollte einfach, dass alles aufhört.

Dann brachten sie mich an einen anderen Ort und ich schlief ein. Nachdem ich aufgewacht war, tat es plötzlich nicht mehr weh.

Sie sagten mir, dass einer der besten Orthopäden in Bulgarien mich operiert hat. Dass ich zwei schwere Brüche an der Hüfte hätte und dass ich viel zu lange in diesem Zustand durch die Gegend gerutscht war. Auch dem Orthpäden zeigte ich meine Zähne, aber es beeindruckte ihn nicht. Jeden Tag kam er in meine Box, jeden Tag versuchte ich ihn aufs Neue zu verjagen.

Aber er blieb und hoffte, dass seine Anstrengungen nicht umsonst gewesen waren.

Eines Tages stand ich dann. Und die Mädchen, die mich regelmäßig besuchen kamen jauchzten vor Freude.

Sie knüpften nächtelang Martenitsas, stellten sich vor die Kamera und erzählten der ganzen Stadt, wer ich bin und wie hoch meine Rechnung war. Und dann kam die ganze Stadt und kaufte ihre Martenitas und damit kauften sie meine Entlassung.

Sie bezahlten meine Rechnung und entließen mich.

Wohin?

In eine bessere Zukunft. In ein Zuhause mit einem Bett und anderen wie mich. In ein Zuhause, in dem ich lerne wieder zu vertrauen, zu spielen und zu laufen…

Wenn Sie dem schönen Bandit ein liebevolles Zuhause schenken möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf oder füllen Sie gleich unser Bewerbungsformular aus.



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