Bagel

Geschlecht: weiblich, kastriert

Alter: geb. ca. 2018

Rasse: Mischling

Größe: Schulterhöhe ca. 35 cm

Aufenthaltsort: Pflegestelle in 10247 Berlin

Charakter: skeptische Menschen gegenüber, ängstlich, ausweichend

 

 

 

 

 

 

       

 

Update Bagel, 14.07.2022:
Wir sind uns noch nicht ganz sicher, ob Bagel in ihrem vorherigen Leben ein Ninja oder eine diebische Elster war.
Sie scheint einen Plan zu haben – wir haben ihn nur noch nicht durchschaut. Bagel zeigt, in Abwesenheit ihrer Pflegestelle alleine Zuhause, ihre spaßige Seite. Fast immer kann man sich darauf verlassen, dass Bagel irgendwo etwas findet, umdekoriert oder einfach eine Tasche ausräumt, ohne etwas kaputtzumachen. Ob sie einfach auf der Suche nach Leckereien ist oder die nicht vorhandenen Diamanten ihrer Pflegemama sucht, sie wird es uns wohl nie verraten.
Auf jeden Fall lassen ihre Ninja-Aktionen die Lachfalten wachsen. 😉
Bagel ist nun 3 Monate auf ihrer Pflegestelle in Berlin und hat schon so einiges erlebt und gelernt! Sie läuft ganz gut an der Leine mit, nur wenn mehr als 1-2 Menschen entgegenkommen, möchte sie noch gerne ausweichen und wird dabei auch schon mal noch hektisch und die Angst schwappt noch über. Das hängt ganz davon ab wie dynamisch und laut die Menschen unterwegs sind.
Wir können auch eindeutig sagen, dass ihr Kinder mehr Sorgen bereiten, als Erwachsene. Klar, die sind oft lauter, schneller und wackliger unterwegs. Daher sehen wir Bagel nicht in einem Zuhause mit kleinen Kindern, das wäre zu viel für die kleine Hundenase.
Sie war nun auch schon 3-4 mal mit in einem ruhigen Café und Gaststätten. Solange sie eine Decke und ihre Hundefreunde dabei hat, weiß sie zu entspannen. Dabei achtet ihre Pflegestelle stets darauf, dass Bagel von niemanden bedrängt wird, sondern dass sie einfach in aller Ruhe dabei sein kann, beobachten und dösen kann, wenn ihr danach ist.
Grundsätzlich sehen wir Bagel aber noch nicht als zukünftigen Stadthund, mit ihren aktuellen Fortschritten. Aber einen kleinen Abstecher im Urlaub in eine Lokalität, in der man eine ruhige Ecke für sie findet, das kann sie gut mitmachen. Wichtiger sind die Ausflüge ins Grüne! Die sie mittlerweile immer freudiger mit ihren Hundefreunden unternimmt. Hier können wir beobachten, dass das Schwänzchen, das sie die ersten 2 Monate und auch im Tierheim zuvor, immer weg klemmte, langsam immer länger auch mal zusehen ist und sogar eine Weile oben bleibt, wenn sie neugierig im Gras schnüffelt.
Zu unserer Überraschung wedelt sie sogar seit kurzem mit dem Schwänzchen, wenn ihr Pflegefrauchen nach Hause kommt!
Zu Beginn sehr zögerlich, doch mittlerweile wird das Wedeln immer freudiger. Den restlichen Tag genießt sie zwar immer noch am liebsten ohne menschliche Aufmerksamkeit, aber wenn sie die Tüten mit den Kauartikeln in der Küche rascheln hört, kann sie sich, wie ihre tierischen Mitbewohner an der Küchentür anstellen, um ein leckeres Hasenohr oder andere Leckereien abzuholen.
Die süß-saure Kleinigkeit auf vier Pfoten macht auf jeden Fall Fortschritte, doch es ist noch ein langer Weg für sie, bis sie den Menschen vollständig vertraut.
Daher haben wir folgende Ansprüche an ihr zukünftiges Zuhause:
- dörflich oder Stadtrandlage
- souveräner, ruhiger Ersthund
- Menschen, die ihr Routine und Struktur im Alltag bieten können
- keine (Klein-)Kinder im Haushalt (ältere Teenager denkbar)
- regelmäßige Ausflüge ins Grüne
- Menschen, die nicht nur den süßen kleinen Hund sehen, sondern auch ihre Sorgen ernst nehmen
Bagel hat bisher in ihrer Pflegestelle nicht das Potenzial der Eigenverteidigung gezeigt, welches sie zuvor im Tierheim zeigte und wir wünschen uns, dass sie das nie wieder tun muss. Daher sind wir sehr bedacht bei der Auswahl ihres Forever Home und wünschen uns Menschen für sie, die die oben genannten Punkte alle erfüllen.
Wir sind uns sicher, irgendwo da draußen gibt es auch für Bagel die Nadel im Heuhaufen.

Update Bagel, 19.05.2022:

Ziemlich süß, die Kleine, nicht wahr?
Ihr niedliches Aussehen steht ihr in gewisser Weise im Weg, denn Bagel möchte aktuell die Aufmerksamkeit, die ihr durch ihr Äußeres geschenkt wird, noch gar nicht. Man sieht es an ihren Blicken, dass sie oft lieber unsichtbar wäre und oft noch nach Fluchtwegen sucht, wenn man etwas von ihr möchte. Aber wir können auch berichten, dass die Fluchttendenz langsam weniger wird.
Seit Ostern ist die kleine Dame nun in Berlin auf einer Pflegestelle, wo sie zusammen mit zwei anderen Hunden lebt, um sich im Alltag an ihnen orientieren zu können und durch Zusehen lernen kann, dass die Interaktion mit Menschen auch schön sein kann.
Die ersten Schritte an der Leine fielen Bagel noch schwer. Sobald ein wenig Spannung auf der Leine war, aktivierte sie den Modus „winden wie ein Hering an Land“. Mittlerweile schaut das schon viel entspannter aus und sie akzeptiert die Leine am Halsband und Geschirr in den meisten Situationen. So hat sie auch schon einige Ausflüge in den Wald oder aufs Feld mitgemacht.
Durch die Monate im Tierheim und die kurzen Beinchen ist ihre Kondition noch ausbaufähig, aber sie beginnt immer mehr sich mit ihrer Umwelt zu beschäftigen und schnüffelt zunehmend hier und da. Man kann noch nicht davon sprechen, dass sie auf den Ausflügen aufblüht, wie es manch andere ängstliche Hunde machen, wenn sie Gras unter den Pfoten spüren. Man merkt einfach, dass der Mensch ihr allergrößtes Problem ist. Passieren ihr unbekannte Menschen unseren Weg, versucht sie schnell auszuweichen, sich unter parkenden Autos oder im Gebüsch zu verstecken.
Im Tierheim fiel sie auf, weil sie ihre kleinen Zähnchen zur Abwehr einsetzte. Dieses Verhalten hat sie in der Pflegestelle bisher kaum gezeigt. Nur in zwei Situationen, kurz nach dem Einzug, wollte sie ihr Unbehagen auf diese Weise kundtun.
Sollte sich schon jetzt jemand für Bagel interessieren, sieht unsere Wunschliste für sie wie folgt aus:
- mindestens einen souveränen, dem Menschen zugewandten Ersthund im Haushalt
- das neue Zuhause sollte in Stadtrandlage oder auf dem Land sein
- keine falsche Erwartungshaltung an Bagel
- kein Mitleid, sondern die Motivation, Bagel wohlwollend und mit viel Ruhe, Zeit und Geduld zu zeigen, dass das Zusammenleben mit Menschen auch viele Vorteile bringt.

 

Wisst ihr, wie herrlich es ist, Bagel beim Schlafen auf ihren Lieblingsplätzen zu beobachten?

Sie hat wirklich die besten Schlafpositionen! Manchmal weiß man kaum, wo dieser kleine Hund beginnt und wo sie endet.

Wir wünschen uns für sie, dass sie irgendwann mit dieser Entspanntheit durchs Leben gehen kann und sehen das Potenzial in ihr.

Sie kommt bereits von alleine, wenn sie die Geschirre und Leinen der Hunde klappern hört im Flur und gesellt sich (zwar noch etwas versteckt) dazu um mitzugehen!

Update Bagel, 05.04.2022:

Das Warten hat ein Ende!

Bagel darf endlich ihre Koffer packen und auf eine Pflegestelle nach Deutschland reisen. Wie auch ihre ehemaligen Tierheimkolleg:innen bekommt sie die Chance, endlich gegen ihre Ängste zu arbeiten und Vetrauen dem Menschen gegenüber zu lernen.

Wir berichten bald mehr von ihr!

Update Bagel, 03.11.2021:
Unsere kleine Bagel entwickelt sich langsamer, als wir es uns wünschen.
In den letzten Wochen wurde sie leider am Wochenende nicht aus dem Zwinger geholt, da sie vielen Freiwilligen durch ihre Angstschnapperei auch Angst macht. Sobald ein Freiwilliger den Zwinger betritt, versucht Bagel zu flüchten.
Um sie laaaangsam nehmen zu können, muss man sie erst einmal in eine Ecke bekommen und zum Verharren bringen.
Dann kann man sich behutsam vorarbeiten. Dazu kommunizieren wir in der Sprache der Hunde.
Wir gähnen, lecken uns über die Lippen, schauen an die Decke und recken den Hals, alles untermalt mit einem flötenden Singsang und Fleischwurst. Alle Sinne sollen auf Zeichen „Entspannung“ gestellt werden, damit Bagel verstehen kann, dass ihr nichts Schlimmes widerfahren soll.
Wir haben gelernt, uns für unsere Hunde zum „Affen“ zu machen, aber hey, ist doch egal. Hauptsache der Hund versteht, was wir möchten oder schafft es in dem Moment uns so weit zu vertrauen, dass er sich hochheben lässt.
Am vergangenen Wochenende hat Bagel es geschafft. Sie war draußen und hat es auch geschafft, sich durch den Garten zu bewegen, sich also NICHT sofort zu verstecken. Das waren schon 2 große Schritte für sie. Anschließend wurde sie einer intensiven Bürstaktion unterzogen, da ihr schönes, weiches und volles Fell schon in Büscheln an hier hing bzw. anfing zu verfilzen.
Sie hat es ohne sich zu beschweren mitgemacht.
Ja, sie braucht dringend ein Zuhause oder eine Pflegestelle, die Erfahrung mit Angsthunden hat.
Angsthund in Bagels Fall bedeutet, Angst vor dem Menschen, vor Berührung, Angst an der Leine eingeschränkt zu werden, wir sprechen noch gar nicht von Umweltreizen, oder z.B. der Bewältigung von Treppenstufen weil wir weit davon entfernt sind, mit Bagel an der Leine spazieren zu gehen.
Jeder mögliche Adoptant muss sich fragen, ob er mit Bagel weiterarbeiten kann, wenn sie einmal aus Angst zugeschnappt hat.
Das passiert z.B., wenn man zu schnell und/oder unbedacht mit ihr umgeht. Sie ist ja nur ein kleiner Hund und auf vielen Bildern sieht sie so schön „normal“ aus. Da vergisst man oft, dass sie doch „anders“ ist. Es kann lange dauern, bis sie ein was die Menschen als „normales Leben“ bezeichnen, leben kann. Manchmal allerdings öffnen sich die Hunde auch schneller als man denkt, aber wir können natürlich niemals etwas versprechen.
Zusammengefasst sollte ein Mensch für Bagel folgende Dinge mitbringen:
- Am besten einen souveränen Ersthund, der ihr vorlebt, wie die Dinge so funktionieren
- Erfahrung mit Hunden, die Angst vor allem, besonders vor den Menschen haben
- Ländliche Lebensumgebung
- Einen Garten, den man anfangs als „safe haven“ nutzen kann
- Keine Erwartungshaltung dem Hund gegenüber
- Geduuuuuuuld und auch bei Rückschlägen: Geduuuuuld und weiter üben
- Viel Zeit
Das ist eine ganze Menge, wir wissen, aber es will schließlich gut überlegt werden, wenn man sich auf eine Bagel einlässt.
Es lohnt sich immer und das Herz geht einem auf, wenn man sieht, dass diese Hunde anfangen zu vertrauen, wenn sie mutiger werden, wenn sie Futter fordern, uvm.
Wir möchten nicht, dass jemand sagt: „die ist so süß, ich versuche das mal“ und nach 2 Tagen feststellt, dass man die o.g. Eigenschaften nicht mitbringt und der Hund sofort wieder weg muss, da man sich komplett überfordert fühlt und sich alles gaaanz anders vorgestellt hat.
Wer bis zu Ende gelesen hat und immer noch nachdenkt, ob die kleine Bagel eine Lebensgefährtin für sie/ihn sein könnte, egal wie steinig der Weg sein wird, der darf sich gerne bewerben.
Juni 2021:
Alle kennen „Bagel“ – ein Hefegebäck mit einem Loch in der Mitte, welches süß und auch herzhaft belegt werden kann.
Unsere Bagel ist auf jeden Fall in der Kategorie „süßer Bagel mit ein paar sauren Gurken“.
Nur süß wäre wahrscheinlich zu langweilig. Die richtige Mischung macht es bekanntlich.
Süß ist ihr Aussehen, aber unter der süßen Hülle steckt ein Hündchen, dessen Vertrauen erarbeitet werden will. Das bedeutet, dass wir Bagel schon in den Garten rausholen können, sie jedoch immer noch vor uns davonläuft. Diese Angst vor den Menschen ist die „saure Gurke“. Es könnte ein längerer Weg werden, um diese Angst zu nehmen.
Wer könnte eine solche Arbeit leisten?
Jemand mit viiiieeel Geduld, Hundeerfahrung (Hundekommunikation ist ein sehr wichtiges Thema in diesem Zusammenhang), mit einem souveränen Ersthund, vom dem Bagel sich das Alltagsleben abschauen könnte, jemand, der in einer ruhigen Wohngegend lebt.
Trifft das auf dich zu? Dann bewirb dich bitte schnell, damit Bagelchen die Möglichkeit hat, sich zu entwickeln und ein hundegerechtes, entspanntes, vertrauensvolles Leben zu haben.

Wenn Sie Bagel ein schönes Zuhause schenken möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf oder füllen Sie gleich unser Bewerbungsformular aus.