Albina
Geschlecht: weiblich, kastriert
Alter: geb. ca. Februar 2021
Rasse: Mischling
Größe: Schulterhöhe ca. 57 cm
Aufenthaltsort: Tierheim in Sofia

Charakter: total verschmusst, lernbegierig, im Haus ruhig, kann alleine bleiben, super-lieb zu allen Menschen

 

  

 

September 2022:
Am 1. Mai 22 hopst ein Hund auf 3 Beinen vor mir über die Straße. Es ist bereits dunkel und augenscheinlich ist die Dame (wie sich herausstellt) auf der Suche nach Futter. Ich sehe, dass sie ein großes Loch in der linken Schulter hat. Also parke ich mein Auto und versuche sie heranzulocken. Es gelingt. Sie kommt, denn sie ist super freundlich und so ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr der multiple Knochenbruch von keinem Menschen zugefügt wurde. Das schmutzige, massiv verletzte Mali-Mix-Mädchen ist trotz Schmerzen sehr zugänglich, lässt sich von einer fremden Person anfassen und hochheben und verteilt dazu noch Küsschen.
Zuhause angekommen, muss sie erst einmal die Nacht in der Box verbringen, da wir sie ja alle nicht kennen und meine Hundegruppe Neuankömmlinge auch erst einmal in Ruhe betrachten soll. Sie übersteht alles mit Bravour, sie ist sauber von Tag 1 – unglaublich (!), sie wurde operiert und musste dann mit dem durch die Haut rausstechenden Nagel 10 Wochen verbringen.
10 Wochen, in denen wir 3 Röntgenaufnahmen anfertigen müssen, um zu kontrollieren, wie der Knochenspalt zuwächst, 10 Wochen, in denen sie höchstdosiertes Antibiotikum nehmen muss, um eine Knochenentzündung (durch ggfs. durch die Hautöffnungen eindringende Bakterien) zu vermeiden, denn das würde bedeuten, dass das Bein amputiert werden müsste.
Als würde das nicht ausreichen, wurde in Woche 3 des Aufenthalts ein „tvt“ (transmissibler venerischer Tumor oder Sticker Sarkom) diagnostiziert. Es handelt sich um einen Vaginal Tumor, der mit Chemotherapie bekämpft werden kann.
Also bekam Albina 8 x Chemotherapie. Auch die hat sie gut vertragen und der Tumor scheint besiegt.
Die ganze Zeit war sie gut gelaunt und hat sich immer besser eingelebt. Behandlungen beim Tierarzt fand sie nicht gut, hat sie aber klaglos über sich ergehen lassen. Mittlerweile läuft sie zwar immer noch an der Leine, da eine Chemotherapie die Knochen“reparatur“ ein wenig verzögert, sodass wir bisher noch kein Risiko eingehen wollten. Allerdings setzt sie ihr linkes Vorderbein eigentlich fast selbstverständlich ein. Albina wird immer ein wenig humpeln, aber sie selber stört sich nicht daran. Natürlich sollte man weder Marathon mit ihr laufen noch andere Extremsportarten betreiben aber andere Beschäftigungen (Mantrailing, Suchspiele, Obedience, Ziel-Objekt-Suche,…) sind auf jeden Fall mit ihr möglich und sollten auch ausprobiert werden, da sie definitiv ein schlaues Mädel mit einer super-Nase ist.
Im Haus ist Albina ein Traum, sie ist ruhig, alles bleibt heile, sauber ist sie von Tag 1, fährt gerne im Auto mit, weil sie weiß, dass wir nun nicht mehr zum Tierarzt fahren, sondern in die Natur. Albina liebt alle Menschen und würde am liebsten auf jeden Schoß klettern. Sie ist super verfressen, was ein Training mit Futterbelohnung leicht macht. Sie kann schon „Sitz“ und „Hinlegen“, als Markerwort kennt sie „Ups“, sie weiß was „Schau“ bedeutet und schafft es ganz gut, sich beim Füttern zurück zu nehmen, bis die Schüssel auf dem Boden steht, mich anzusehen und auf die Freigabe zu warten.
Albina hat natürlich, wie kann es anders sein (nobody is perfect) auch ein paar Baustellen. Eigentlich nur 2, an denen jedoch intensiv und ausdauernd gearbeitet werden sollte. 1. Leinenführigkeit und 2. Reaktivität bei Sichtung von anderen Hunden oder Katzen.
Ach ja, jagdlich ist sie auch etwas aktiv: Mäuse werden bisweilen gefrühstückt und Igel oder andere Kleintiere, auch Katzen, sollten ebenfalls nicht mir ihr zusammenwohnen.
Die Reaktivität auf Sichtung bei Katzen oder anderen Hunden bedeutet jedoch nicht, dass sie sich mit anderen Hunden beißt. Sie hat schließlich auf der Straße überlebt. Hätte sie ein solches Verhalten gezeigt, wäre sie unweigerlich irgendwann an einen Stärkeren geraten, der ihr unmißverständlich gezeigt hätte, was er von solchem Agro-Verhalten hält. Es wäre für Hunde, die die hündische Kommunikation nicht beherrschen, sehr ungesund auf der Straße und sie würden nicht lange überleben.
Nein, wenn Albina alleine (ohne Verstärkung aus dem „Back“) unterwegs ist, die lange Leine locker ist, kann sie durchaus normal mit anderen Hunden (bei uns gibt es eben zu viele Straßenhunde) kommunizieren und konfliktfrei auch aus solchen Treffen herausgehen.
Wie muss also der ideale neue Besitzer von Albina aussehen?
Sie sucht definitiv einen hundesport-begeisterten, selber sportlichen Menschen, der Lust an der Bewegung, an positivem Hundetraining (auch Fährtenarbeit wäre sicherlich etwas für sie) hat, der von normal gebauter Statur ist, um 20 wild gewordene kg entspannt halten zu können, ruhig, durchsetzungsfähig, liebevoll, konsequent und zugewandt ist. Ja, das sind einige Bedingungen, aber klar ist, dass Albina definitiv kein in allen Lagen lockerer Familienhund ist, mit dem ein älteres Kind gechillt spazieren gehen könnte. DER Hundesportler wird gesucht, der mit seinem Hund gutes Team-Building mit Hilfe geeigneter positiver gemeinsamer Beschäftigung machen möchte. Je besser Albina zuhören lernt, desto eher wird man in der Lage sein, unerwünschtes Verhalten in alternatives Verhalten umzulenken. Das passiert bestimmt nicht innerhalb eines Monats, das ist ein längerer Prozess.
Lässt DU dich auf das Abenteuer „Albina“ ein? Hast DU bereits Erfahrung mit positivem Hundetraining und suchst einen neuen Traum-Hund mit kleinen Herausforderungen? Dann: bewirb Dich bitte schnell!!

Wenn Sie Albina ein schönes Zuhause schenken möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf oder füllen Sie gleich unser Bewerbungsformular aus.